25 Jahre Dr. Lauterbach & Partner

Vom Start-up zum führenden Anbieter  SAP-basierter Unternehmenslösungen für die Druck- und Verpackungsindustrie

Interview mit Geschäftsführer Ulrich Lauterbach anlässlich des 25. Jubiläums von LP.

Am 1. April 2017 feiert Dr. Lauterbach & Partner das 25-jährige Bestehen. Aus diesem Anlass lässt Ulrich Lauterbach die Erfolgsgeschichte Revue passieren und spricht in einem Interview über Gründungshistorie, Philosophie und Kunden des weltweit erfolgreichen Familienunternehmens. Das Video-Interview ist in drei Teile aufgeteilt, die automatisch hintereinander abgespielt werden.

Die Erfolgsgeschichte und das Erfolgsgeheimnis verrät Ulrich Lauterbach außerdem in einem persönlichen Interview, dass in Schriftform und als Serie veröffentlicht wird. Den ersten Teil können Sie hier bereits lesen.

Teil 1 – 25 Jahre Dr. Lauterbach & Partner

Die Firma Dr. Lauterbach und Partner GmbH wurde im Jahr 1992 von meinem Bruder, Dr. Christoph Lauterbach und mir gegründet. Die Idee, eine Standardsoftware, die in vielen Industrien eingesetzt wird, auch auf die Druck- und Verpackungsbranche anzuwenden, entstand bei meinem vorherigen langjährigen Arbeitgeber CP Schmidt Verpackungswerk. Dort war ich maßgeblich an der Implementierung einer neuen Software beteiligt und konnte das Projekt erfolgreich durchführen. Bei der neuen Software handelte es sich um eine PPS-Software (Produktionsplanung und -steuerung), die u.a. auch ein Modul für Vertrieb, Lagerwirtschaft,  Verwaltung der Lagerbestände, Versand und Einkauf beinhaltete. Es fand keine wesentliche Zusatzprogrammierung statt. Dies war aber nur möglich, weil die Software einen Variantenkonfigurator beinhaltete und so der Branchenkern der Verpackungsindustrie abgebildet werden konnte. Die Implementierung hat gut funktioniert – keiner hatte es für möglich gehalten – was große Aufmerksamkeit erregt hat. Wie konnte es sein, dass eine Industriesoftware, die keine einzige verpackungsindustriespezifische Installation hatte, bei einer so renommierten Firma wie CP Schmidt erfolgreich funktionierte? Dies lag vor allem an der geschickten Interpretation der Standardsoftware. Von einem Mitarbeiter der Softwarefirma wurden wir dann angeregt, eine Firma zu gründen, die diesen Erfolg in Eigenregie weiterführen sollte. Der Ansatz, Lösungen und Funktionen des weltmarktführenden Anbieters, die in vielen Industrien eingesetzt werden, als Grundlage einer Branchenlösung zu verwenden und nur die branchenspezifischen Funktionen selbst hinzuzufügen, ist bis heute erfolgreich.

Zu Beginn wurde bei uns in Homburg-Einöd im Keller gearbeitet. Schon 1993 haben wir den ersten Mitarbeiter – Patrick Oberhausen – eingestellt, heute Leiter Entwicklung und Support. Das erste Projekt wurde bei der Firma Casimir Kast Verpackung und Display GmbH durchgeführt, die bis heute noch unsere Lösung einsetzen, die dort 1993/1994 implementiert wurde. Dies zeigt auch, wie stabil und nachhaltig eine Industrie-Standardsoftware als Grundlage einer Branchenlösung ist. Damals arbeiteten wir mit der Software ‚Baan 4‘. Zu SAP kamen wir über ein Projekt bei der Firma Schattdecor, Weltmarktführer im Dekordruck. Ausschlaggebend für deren Entscheidung war die Überzeugung, dass die erfolgreiche Implementierung von Standardsoftware zwingend Branchenwissen voraussetzt. Wir konnten das Vertrauen rechtfertigen und somit auch weitere Kunden gewinnen.

Aufgrund zunehmend steigender Mitarbeiterzahlen haben wir in Zweibrücken mehrfach neue Geschäftsräume gebraucht und sind nun seit 2000 am jetzigen Firmensitz in der Amerikastraße 15 im eigenen Gebäude ansässig.

Da die Verpackungsindustrie jedoch auch mittelständisch strukturiert ist, wollten wir kleineren und mittleren Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit bieten, die Unternehmenslösung des Weltmarktführers zu nutzen. Es entstand der Gedanke, die Lösung soweit vorzudefinieren und einzustellen, dass eine wirtschaftlich machbare Implementierung auch für diesen Kundenkreis möglich wurde. Diese Strategie ist bis heute zielführend und erfolgreich, nämlich sich auf die SAP-Lösungen zu konzentrieren und die Systeme so weit wie möglich voreinzustellen und mit den unverzichtbaren branchenspezifischen Lösungskomponenten zu ergänzen. Neben dieser Mittelstandsstrategie sind unser Know-How und unsere Lösungskomponenten auch in nationalen und internationalen Großprojekten gefragt, um das Implementierungsrisiko zu senken und die Einführungszeit wesentlich zu verkürzen.

In den letzten Jahren haben wir auch für die Druckindustrie spezifische Lösungen entwickelt und gewinnen Kunden u.a. im Bereich Commercial Print, Online Printing, Security Print, Leaflet- und Labelproduktion. Die Marktchancen sind gut, die Digitalisierung unter dem Schlagwort Industrie 4.0 gibt uns auch zusätzlichen Rückenwind, wenn auch die Druckindustrie gegenüber SAP-basierten Lösungen noch skeptisch ist.

Hierbei handelt es sich um die gleiche Skepsis wie in der Verpackungsindustrie vor 20 Jahren – dort ist der SAP-Ansatz heutzutage aber sehr weit verbreitet. Die Kunden in der Druckindustrie haben höchste Anforderungen an Prozessoptimierung und Automation, die nur durch hochintegrierte Unternehmenslösungen erfüllbar sind. Projekte kommen zunehmend von Spezialdruckereien oder aus dem Bereich Online Printing, wobei die Anbindung des Webshops mit SAP sehr wichtig ist. Daher können wir heute von einer Print & Packaging Lösung sprechen. Überall versuchen wir, die betriebswirtschaftlichen Prozesse mit dem technischen Workflow zu verbinden und haben dafür viele Interfaces entwickelt, – das führt zu einer Geschäftsprozessautomatisation über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Die Nachfrage wächst weiter – allein von unseren Bestandskunden – weshalb wir gute Mitarbeiter suchen. Daher versuchen wir aktuell, unser Unternehmen bekannter und für die Besten attraktiv zu machen. Um unsere Kunden zufriedenzustellen, müssen wir wachsen und brauchen eine Kultur der Zusammenarbeit und dass alle an einem Strang ziehen. Die Gründung eines Tochterunternehmens in Rumänien, die Stärkung der Managementkapazität  und das Produktmarketing sind Maßnahmen, um den Anforderungen gerecht zu werden, neben den anspruchsvollen Kundenprojekten, die wir bearbeiten.

Neben der Kultur der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Wertschätzung glaube ich, dass die langfristige Kundenbindung, die wir haben und die es auch zu erhalten gilt, etwas mit der Fairness und Ehrlichkeit zu tun hat, mit der wir unseren Kunden begegnen. Es war schon immer mein Ziel, dass dies die Leitlinie der Firma sein muß, um langfristig erfolgreich zu sein. Ich bin überzeugt, dass der Kunde und die Branche uns lange treu bleiben, wenn sie von uns gut und fair bedient werden – eigentlich simpel.

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